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Flüchtlinge bei der Jobsuche helfen

 


 

Bewerben in Deutschland

Bewerbungsratgeber für Migranten, Flüchtlinge und Helferkreise

So finde ich Arbeit in Deutschland

In leicht verständlicher Sprache und mit vielen Beispielen zeigt die Autorin, wie Flüchtlinge in Deutschland einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz finden können.

  • Wie funktioniert bewerben in Deutschland?
  • Vorher-Nachher-Beispiele für Lebenlauf und Anschreiben
  • Formulierungshilfen und Satzbausteine
  • Kurze, übersichtliche Zusammenfassungen über Zugangsvoraussetzungen zu verschiedenen Arbeitsplätzen/Ausbildungsberufen mit Tätigkeitsbeschreibungen
  • Musteranschreiben für 25 Berufe
  • Wie kann ich meine Unterlagen/mein Bewerbungsfoto am PC gestalten?
  • Wo finde ich Hilfe und Unterstützung?
  • Mit Kurzübersichten auf Englisch

Inklusive Downloads: Zu diesem Buch erhalten Sie kostenfrei die vorgestellten Beispiele von Lebensläufen und Bewerbungsunterlagen zum Anpassen auf die eigene Bewerbung.


 

Bewerben in Deutschland: Flüchtlinge und Asylbewerber bei der Jobsuche unterstützen

Junger Mann mit Migrationshintergrund
Kaum Deutschkenntnisse, keine Zeugnisse, Aufenthaltsdauer unbestimmt: Wer als anerkannter Asylbewerber in Deutschland arbeiten möchte, hat viele Hürden zu meistern.

Der Bewerbungsprozess in Deutschland gleicht einem Marathon. Vor dieser Herausforderung stehen mehr als 474.000 arbeitssuchende Flüchtlinge*, die im März 2018 in der Bundesrepublik lebten. Ob Krieg, politische oder religiöse Verfolgung, die Ursachen für das Verlassen der Heimat sind vielfältig. Den Wunsch, am neuen Wohnort schnell Arbeit zu finden, teilen jedoch viele Flüchtlinge.

Wie man eine Bewerbung richtig angeht, weiß Viktoria Doll. Als Jobcoach hilft sie Menschen aus aller Welt eine Arbeitsstelle zu finden. Ihre Erfahrungen aus der praktischen Arbeit mit Flüchtlingen, unter anderem als Projektleiterin für die Initiative für traumatisierte Flüchtlinge, gibt sie mit ihrem Buch „So finde ich Arbeit in Deutschland” weiter.

 

Rechtliche Grundlagen: Wann dürfen Flüchtlinge arbeiten?

Oftmals ziehen sich die Asylverfahren über einen längeren Zeitraum. Während des Verfahrens dürfen Asylbewerber keine Arbeit aufnehmen. Grundsätzlich gilt: Wer eine Arbeitserlaubnis hat, darf arbeiten. Die Arbeitserlaubnis hängt vom Aufenthaltsstatus ab.

Flüchtlinge mit einer Aufenthaltserlaubnis dürfen eine Arbeit aufnehmen bzw. eine Ausbildung beginnen. Im März 2018 gab es in der gesamten Bundesrepublik rund 176.000 arbeitslose Flüchtlinge*, von denen 90 Prozent* eine Arbeitserlaubnis hatten.

Bei einer Duldung oder Aufenthaltsgestattung gelten andere Regeln. In den ersten drei Monaten nach der Ankunft gilt ein Beschäftigungsverbot. Nach Ablauf der drei Monate können die Ausländerbehörde und die Bundesagentur für Arbeit eine Arbeitserlaubnis ausstellen.

Unter bestimmen Voraussetzungen haben Flüchtlinge ein Beschäftigungsverbot. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Flüchtling in einer Aufnahmeeinrichtung wohnen muss (Residenzpflicht).

 

Stellensuche: Was können Flüchtlinge arbeiten?

Fehlende Nachweise über Bildungsabschlüsse oder die Berufsausbildung erschweren Asylbewerbern die Jobsuche. Viele mussten ihre Unterlagen zurücklassen oder haben sie auf der Flucht verloren. Bei einer überzeugenden Bewerbung ist das jedoch kein K.O.-Kriterium.

Für Flüchtlinge kommen kurzfristig Jobs in Frage, für die sie weder spezielle Berufskenntnisse noch perfekte Deutschkenntnisse brauchen. Reinigungskraft, Küchenhilfe, Lager- oder Bauhelfer sind Berufe, auf die sich Flüchtlinge gut bewerben können. Wer die nötigen Berufskenntnisse mitbringt, kann als Näher, Pädagogische Ergänzungskraft oder Friseur arbeiten. Für diese Jobs ist eine aussagekräftige Bewerbung nötig, die die Berufserfahrung glaubhaft vermittelt.

Besonders gute Chancen haben Flüchtlinge in Jobs, bei denen eine große Nachfrage besteht oder es viele unbesetzte Stellen gibt. Das ist zum Beispiel im Bereich der Altenpflege der Fall. Wer schnell neue Sprachen lernt, sollte eine Stelle als Dolmetscher oder Übersetzer in Betracht ziehen.

 

Ausbildung: Offene Lehrstellen als Chance für Flüchtlinge

Anfang 2018 schrieb SPIEGEL ONLINE, die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze sei so hoch wie seit 20 Jahren nicht mehr. An fehlenden Bewerbern mangelt es nicht. Jedes Jahr bleiben zehntausende Lehrstellen unbesetzt. Den passenden Bewerber für eine bestimmte Stelle zu finden, ist das Problem. Eine Chance für jugendliche Flüchtlinge?

Viktoria Doll schätzt die Lage von arbeitssuchenden Flüchtlingen als schwierig ein: „In den Schlagzeilen gibt es immer wieder Meldungen von jungen Leuten, die aus dem Klassenzimmer der Berufsschule geholt werden, um abgeschoben zu werden.”

Diese Vorfälle führen laut der Expertin zu einer großen Unsicherheit bei Ausbildungsbetrieben. Die Unternehmen wüssten oft nicht, wie lange ihnen der oder die Auszubildende erhalten bleibt. Das Risiko, den neuen Mitarbeiter schon nach kurzer Zeit zu verlieren, können oder wollen viele Arbeitgeber nicht eingehen.

Über ein Praktikum oder die sogenannte Einstiegsqualifizierung (EQ) können Flüchtlinge ihre Chancen auf einen Ausbildungsplatz erhöhen. In Ihrem Buch erläutert die Autorin, wie bzw. wo man geeignete Lehrstellen findet und wie man bei der Bewerbung vorgeht.

 

Bewerbungen: Was Flüchtlinge in Deutschland lernen müssen

Nicht nur das langwierige Verfahren von der schriftlichen Bewerbung bis zum Vorstellungsgespräch ist für Flüchtlinge herausfordernd. Erschwerend kommen fehlende Sprachkenntnisse oder Bildungsnachweise hinzu.

Wer kein Deutsch spricht, hat auf dem Arbeitsmarkt schlechtere Chancen, so Doll: „Die größte Hürde ist die Sprachbarriere, denn es ist ziemlich anspruchsvoll, ein Bewerbungsschreiben und einen Lebenslauf auf Deutsch zu verfassen.” Dazu kommen kulturelle Unterschiede bzw. Gewohnheiten. In vielen Ländern reicht es, bei der Firma vorbeizugehen und sich direkt vorzustellen. In Deutschland sind überzeugende Bewerbungsunterlagen der Türöffner.

Fehlende Sprachkenntnisse müssen nicht das Aus bedeuten. Wenn man den Aufbau einer Bewerbung kennt und versteht, lassen sich mit Satzbausteinen gute Bewerbungsunterlagen erstellen. Ohne jegliche Deutschkenntnisse nutzen einem Satzbausteine zwar nichts, doch die Autorin weiß: „Sind erst einmal Grundkenntnisse im Deutschen vorhanden, fällt die soziale und berufliche Integration leichter und die Lernkurve beim Spracherwerb geht steil nach oben.”

 

Integration fördern: Unterstützung für Helferkreise und Flüchtlingslotsen

Hierzulande engagieren sich viele Menschen ehrenamtlich oder hauptamtlich in der Flüchtlingshilfe, so auch Viktoria Doll. Zahlreiche Asylbewerber hat sie in ihrer Tätigkeit als Jobcoach bei der Bewerbung unterstützt. „Ich habe in meinem bisherigen Berufsleben sowohl die Flüchtlingshilfe als auch die berufliche Integrationsarbeit aus verschiedenen Blickwinkeln erlebt. Seien es jugendliche Schulabbrecher, bei denen ich den Übergang ins Berufsleben begleitete, die Arbeit als Pädagogin in einer Flüchtlingsunterkunft oder die Beratung traumatisierter Flüchtlinge.”, so Viktoria Doll.

In ihre Beratung kommen viele Flüchtlinge, die nicht wissen, wie man eine Arbeit findet. Da es bisher keinen Bewerbungsratgeber mit Beispielen und Vorlagen speziell für Flüchtlinge gab, fasste die Autorin ihre Erfahrungen und Expertentipps in einem Buch zusammen.

Ihr Ratgeber soll „Hilfe zur Selbsthilfe“ sein, richtet sich aber nicht nur an Flüchtlinge und Migranten. „Mit diesem Buch möchte ich zudem Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen in der Flüchtlingshilfe einen Werkzeugkoffer an die Hand geben, der sie bei ihrer Arbeit unterstützen soll.“, sagt Viktoria Doll über ihr Buch. Berufsberater, Arbeitsvermittler, Deutschlehrer, Asylsozialberater und Ehrenamtliche können Flüchtlingen damit bei ihrer Jobsuche zur Seite stehen.

Quelle:
*Bundesagentur für Arbeit: Migrations-Monitor Arbeitsmarkt: Personen im Kontext von Fluchtmigration. [29.03.2018]
URL: Hier klicken [Stand: 17.05.2018]

Über die Autorin

Viktoria Doll Als Schulpsychologin und Lehrerin für Latein und Deutsch als Fremdsprache arbeitete Viktoria Doll zunächst einige Jahre im Bildungsbereich sowie in der Jugend- und Flüchtlingshilfe, wo sie unter anderem mit schulverweigernden Jugendlichen, Arbeitssuchenden, Flüchtlingen und mehrsprachig aufwachsenden Kindern arbeitete.

Mittlerweile gibt sie ihr Know-How in selbständiger Tätigkeit als Lehrerin, Trainerin, Coach und Autorin weiter. Ihr Schwerpunkt liegt dabei auf den Bereichen Schule und Berufswahl.

www.viktoria-doll.de